Programm  

 

Voice of Benares

Rajan Mishra
(voc) / Sajan Mishra (voc) / Nihar Mehta (tabla) / Sumit Mishra (keys)

Samstag, 3. November 2018, 20:15
Krypta Christkatholische Kirche, Rathausgasse 2, 3011 Bern
Die Krypta hat sich in den letzten Jahren als Konzertort etabliert. Der grosse Gewölberaum eignet sich bestens für kammermusikalische Darbietungen.

Für Reservationen beachten Sie bitte die nebenstehende Menu-Leiste.
Abendkasse ab 19:30, Eintritt 30.- / ermässigt 20.-

Ermässigung für GönnerInnen Musik der Welt / sounds of india / CulturAll / Amdathtra Lausanne / ADEM Geneve / Verein WOW ZH / Kulturlegi / Studenten/innen mit Ausweis / Kinder und Jugendliche bis 20 Jahre pro Jahr Fr. 1.-. Keine AHV Reduktion.


Nur ein einziges Konzert führt Musik der Welt in diesem Jahr durch, aber mit hochangesehenen Ko­ry­phäen ihrer Tradition. Wiederum geht es nach Indien, diesmal auf den Pfaden alter Gesangskunst in die Musikstadt Varanasi (Benares). Erstmals begegnete ich dort den Brüdern Rajan und Sajan Misra vor 35 Jahren. Schon damals gehörten sie zu den bekanntesten Musikern des Distrikts. Heute sind sie dank ihrer Ausdruckskraft und ihrem wohldosierten Humor zu zwei der beliebtesten Sänger Nordindiens und zu hochgeschätzten Interpreten des Khyal geworden. Ihr Konzert im Radiostudio Bern vor 15 Jahren bleibt unvergesslich. Das jahrzehntelange Zusammenspiel führt, wie bei anderen bekannten Geschwisterpaaren der klassischen Musik, zu subtiler Raffinesse und Virtuosität. Wir freuen uns, die Musiker in Zusammenarbeit mit Nihar Mehta und der Association Saptak wieder in die Schweiz einzuladen.

Mit Rajan und Sajan Mishra tauchen wir mitten in die belebte Musikszene von Varanasi (Benares) ein. Die Gebrüder Mishra entstammen einer 400 Jahre alten Familientradition großer Meistermusiker der alten Pilgerstadt und sind mit der Musik ihres Vaters, des bekannten Sarangi-Virtuosen Pandit Hanuman Mishra aufgewachsen. Weitere Schulung erhielten sie von ihrem Onkel Pandit Gopal Mishra.

"Die langen Stunden des Trainings unter unserem Vater und Onkel schärften die Stimme. Sie brachten uns sowohl die Grammatik bei, wie man eine musikalische Phrase auf unzählige Arten ausdrückt, aber auch den Zugang zur Inspiration. Beim Singen klassischer Musik geht es nicht nur darum, ein Repertoire an Kompositionen, Verzierungen und Können auf die Bühne zu bringen. Nur wenn das Gelernte mit Imagination durchdrungen ist, hat die Musik die Fähigkeit, die Gefühle der Menschen zu berühren wie das Wasser des Ganges."

Seit frühester Kindheit stehen sie gemeinsam auf der Bühne und haben durch nun fünf Jahrzehnte gemeinsamer Auftritte die Form des Jugalbhandi, der interaktiven Gestaltung eines Ragas, zur Höchstform entwickelt. Sie erhielten dafür von der indischen Regierung den Sanskrit Award für ausserordentliche musikalische Verdienste überreicht, gewannen den begehrten Sangeet Natak Akademi Award und wurden 2007 vom Premierminister mit dem Padma Bhushan Award, einer der drei höchsten Auszeichnungen des Subkontinents, man könnte sagen dem indischem Nobelpreis ausgezeichnet.

Ihre musikalische Sprache ist der beliebte klassische Gesangsstil des Khyal in Form der expressiven Benares Gharana. Hervorgegangen aus den Zeiten der Mogulherrscher als Alternative zum strengeren Stil des Dhrupada, hat sich der Khyal zu einer virtuosen, viel Spielraum für Improvisation lassenden Form entwickelt, die vom Sänger ein hohes rhythmisches, intonierendes und stimmtechnisches Können und vor allem musikalische Fantasie verlangt. Das Wort Khyal soll in seinem Ursprung Imagination bedeuten, was durchaus plausibel scheint. Die Texte sind meist romantisch oder devotional, wobei sie sowohl aus hinduistischer wie islamischer Poesie stammen können. Ein schönes Bild dafür, dass die indische Musikergemeinde sich nie von den religiösen Zwistigkeiten vereinnahmen liess. Ustads und Pandits, muslimische und hinduistische MeistermusikerInnen kommunizieren seit Jahrhunderten gemeinsam in der grossartigen Sprache der klassischen Musik.

Musik Youtube:
S. und R. Mishra - Rag Malkauns
S. und R. Mishra - Darbarfestival London
 

 

Ashta-Nayika
Eine Veranstaltung von CulturAll in Zusammenarbeit mit Musik der Welt

Namrata Rai
(Tanz & Choreographie)
Rupesh Pathak
(Gesang & Harmonium)
Udhai Mazumdar
(Tabla & Konzept)

Donnerstag, 15. November 2018, 20:00
ONO, Kramgasse 6 CH-3011 Bern
weitere Tourinformationen

Für Reservationen beachten Sie bitte die nebenstehende Menu-Leiste.
Abendkassen ab 19:30, Eintritt 30.- / ermässigt 25.-
Ermässigung für GönnerInnen Musik der Welt / sounds of india / CulturAll / Amdathtra Lausanne / ADEM Geneve / Verein WOW ZH / Kulturlegi / Studenten/innen mit Ausweis / Kinder und Jugendliche 10 bis 20 Jahre pro Jahr Fr. 1.-. Keine AHV Reduktion.


Auszug Text CulturAll:
Kathak ist eine nordindische klassische Tanzform, die für ihren dramaturgischen Aspekt sehr bekannt ist. Eine der beliebtesten Darbietungen der Kathak-Tänzerinnen ist Ashta-Nayika (8 Charaktere von Heldinnen), ein Sammelbegriff, der von Bharata in seiner Sanskrit-Abhandlung "Natya Shastra" (200 BC) beschrieben wurde.

Die acht Nayikas beschreiben acht verschiedene Stimmungen in Bezug auf ihren Helden oder Nayaka. Als Urbild der romantischen Heldinnen wurden die Themen in die indische Malerei, Literatur, Bildhauerei sowie im klassischen indischen Tanz aufgenommen. In Natya Shastra werden die Nayikas in folgender Reihenfolge beschrieben: wartend - verzweifelt - sich unterwerfend - getrennt sein durch Streit - wütend - vom Geliebten betrogen - sich verspätend - heimlich sich treffend

Als berühmte Beispiele gelten in der indischen Literatur Jayadeva’s Gita Govinda aus dem 12. Jahrhundert und poetische Erzählungen des Vaishnava Dichters Banamali’s. Radha übernimmt die Rolle verschiedener Nayikas während Nayaka der Gott Krishna ist.